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Unser Familienrezept: Jeder Span zählt!

Wie ein Baum steht die Schreinerei meiner Familie seit 175 Jahren auf dem Hirzel und schlägt noch heute täglich frische Wurzeln. War sie einst ein kleines Pflänzchen in Form eines geerbten Bauerngütlis, hat er sich immer weiter zu einer prächtigen Traditions- und Fachwerkstatt, aber auch einem warmen Zuhause entwickelt. Wurde diesem Baum mal in stürmischen Zeiten ein Ast abgeschlagen, hat er zwei neue ausgetrieben, um noch prächtiger zu blühen und zu gedeihen. Mut zu Neuem und zur Veränderung hat uns immer schon angetrieben, das Vertrauen und die Leidenschaft zum Handwerk uns bestärkt in unseren Bestreben durchzuhalten und für Qualitätsarbeit einzustehen.

So blicke ich heute als Sohn in sechster Generation und Geschäftsführer stolz und demütig auf ein festes, tief verankertes Fundament, dass mir, meinen Mitarbeitern und auch meiner Familie Arbeit, ein warmes Dach über dem Kopf und ein schönes Leben ermöglicht.


Doch warum erzähl ich dir, lieber Leser, das? Wenn du schon einmal einen Umbau der eigenen vier Wände geplant und durchgeführt hast, wirst du mich jetzt sofort verstehen. Umbau ist ein emotionaler Spiessrutenlauf par Excellence für alle Beteiligten - Vor, während und danach! Man muss sich vertieft mit seinem Anspruch ans Zusammenleben auseinandersetzen, die verschiedenen Geschmäcker berücksichtigen und aktiv untersuchen, welche Probleme im Zusammenleben lassen sich mit einer Umgestaltung der Räumlichkeiten, einem Anbau oder einer neuen Einrichtung effizient lösen – Der berüchtigte Streit über die Farbe der Küchenoberflächen ist dabei noch eine der amüsanteren aller Episoden, die da so auf einen warten. Tiefe Sorgen, Fragen, Ängste und das Zusammenrücken während der Umbauphase selbst führen zu so mancher schlaflosen Nacht, auch bei jemandem, der mit Umbauten sein tägliches Brot verdient, wie wir. Wo viel gehobelt wird, fallen nun mal auch unglaublich viele Späne und irgendwann sitzt man dann in diesem Dreckhaufen und fragt sich inständig, warum man sich und seinem Umfeld das selbst zugemutet hat.


Trotzdem kann ich jedem nur raten dem grundsätzlichen Drang zur Veränderung zu folgen, da nichts auf dieser Welt so befreiend ist, wie eine Wand einzureissen - Selbst wenn man auf eine 175-jährige Vergangenheit zurückblickt und sich konsequent fragt, ob man damit nicht den Ast ansägt auf dem man selbst seit Generationen sitzt. Dieser Mut zu Neuem und zur Axt hat schon jeden, auch meine Ahnen, belohnt - Mit frischem Raum für neuen Ideen und Entfaltungsmöglichkeiten und dem unendlich guten Gefühl etwas für sich und die nachwachsenden Generationen geschaffen zu haben – Das und eine Familie und Team im Rücken zu wissen, dem man Blind vertrauen kann, ist vermutlich unser Geheimrezept seit 1845.


So haben wir unser geliebtes und schützendes Dach eingerissen und starten gestärkt mit einem neuen Wohnstockwerk, einer neuen Homepage und schon jetzt vielen frischen Ideen und Plänen im Köcher ins Jubiläumsjahr. Man darf also gespannt bleiben...




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